Hautpflege in der Schwangerschaft: was die Haut braucht

 Frau mit Babybauch auf dem Bett: Hautpflege in der Schwangerschaft

> Kurz vorab: Dieser Artikel ordnet Hautbedürfnisse rund um die Schwangerschaft ein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn dich Hautveränderungen beunruhigen oder du unsicher bist, welche Wirkstoffe gerade für dich passen, sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.

Beim Thema Hautpflege in der Schwangerschaft bemerken viele Frauen die Veränderungen zuerst im Gesicht. Die Haut wirkt an manchen Tagen praller und rosiger, an anderen empfindlicher oder fleckiger als gewohnt. Das ist kein Zufall und kein Grund zur Sorge. In der Schwangerschaft stellt sich der ganze Körper um, und die Haut zeigt diese Umstellung besonders deutlich.

Warum sich deine Haut jetzt verändert

Über die rund 40 Schwangerschaftswochen wirken hormonelle, vaskuläre, metabolische und immunologische Prozesse auf dein Hautbild ein. Durch die hormonelle Umstellung steigt zum Beispiel die Durchblutung von Haut und Schleimhäuten deutlich an. Dahinter steckt vor allem das Zusammenspiel aus Östrogen, Progesteron und Melanotropin, dazu die stärkere Durchblutung.

Eine Folge davon spürst du oft im Sommer oder im Urlaub. Deine Haut reagiert jetzt empfindlicher auf UV-Strahlen und neigt eher zu Pigmentflecken. Und damit sind wir bei einem Thema, das viele Schwangere beschäftigt.

Die Schwangerschaftsmaske verstehen

Hyperpigmentierungen sind in der Schwangerschaft sehr häufig. Bis zu 90 Prozent aller Schwangeren entwickeln eine Form davon, etwa eine dunkler werdende Linea nigra oder eine Verdunkelung von Warzenhof und Achseln. Eine besondere Form ist die Schwangerschaftsmaske im Gesicht, medizinisch Melasma oder Chloasma genannt. Sie betrifft etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Schwangeren. Der Grund lässt sich gut nachvollziehen: Die körpereigenen Hormone regen die Melanozyten an, verstärkt Melaninpigmente zu bilden. Menschen mit dunklerer Hautfarbe sind häufiger betroffen.

Sonnenlicht spielt hier eine große Rolle. Unter UVB-Strahlung produziert die Haut mehr Melanin, weil sie Faktoren bildet, die Wachstum und Aktivität der Melanozyten fördern. Warum ein Melasma bei der einen entsteht und bei der anderen nicht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Offenbar wirken mehrere Faktoren zusammen.

Die gute Nachricht: Sinkt der Östrogenspiegel nach der Geburt, bildet sich ein Melasma oft von selbst zurück. Deshalb raten Fachleute meist, mit einer aktiven Behandlung abzuwarten, statt schon in der Schwangerschaft gegenzusteuern.

Und hier gehört Ehrlichkeit dazu. Pflege kann bestehende Pigmentflecken nicht einfach entfernen, das ist Sache dermatologischer Verfahren. Wer sich für die Möglichkeiten nach der Schwangerschaft interessiert, findet in unserem Beitrag Pigmentflecken und Altersflecken entfernen einen Überblick. Was gute Pflege leisten kann, ist die Haut zu beruhigen, ihre Feuchtigkeit zu stärken und sie vor Reizen zu schützen, die Pigmentierungen verstärken.

Was deine Haut jetzt braucht

Weniger ist in dieser Zeit oft mehr. Deine Routine darf ruhig einfacher werden, dafür aber verlässlich. Als gut verträglich gelten Pflegeprodukte mit Glycerin, Niacinamid, Hyaluron, Urea, wertvollen Pflanzenölen und pflanzlichen Wirkstoffen wie Aloe Vera.

Feuchtigkeit und geschmeidige Lipide stehen dabei im Mittelpunkt. Es ist sinnvoll, die Haut schon früh in der Schwangerschaft täglich mit reichhaltigen Lotionen zu pflegen, am besten mit Produkten, die hautähnliche Lipide enthalten. Das hilft, das Gewebe geschmeidig zu halten. Wenn deine Haut zusätzlich zu Trockenheit und Spannungsgefühl neigt, lohnt sich ein Blick darauf, wie du deine Hautbarriere stärken kannst.

Dazu kommt der Sonnenschutz, gerade wenn es um Pigmentflecken geht. Dermatolog:innen raten dringend zu täglichem Sonnenschutz. Das American College of Obstetricians and Gynecologists fand keine medizinisch fundierten Hinweise, dass Sonnenschutzmittel eine Gefahr darstellen. Ist deine Haut jetzt sensibler, sind mineralische Filter mit Titandioxid oder Zinkoxid eine gut verträgliche Alternative. Ein Antioxidans wie Vitamin C schützt die Haut zusätzlich vor oxidativem Stress.

Was besser eine Pause macht

Ein paar Wirkstoffe solltest du in dieser Zeit sicherheitshalber weglassen. Oral eingenommene Retinoide können das ungeborene Kind schädigen und dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Auch die äußerliche Anwendung von Retinoiden gilt als kontraindiziert, selbst wenn ein vergleichbares Risiko hier als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Im Zweifel gilt ein einfacher Grundsatz: kein Retinol.

Vorsicht ist außerdem bei Arbutin und Derivaten wie Alpha-Arbutin geboten, denn diese werden auf der Haut zu Hydrochinon abgebaut. Und bei ätherischen Ölen lohnt der Blick auf die Liste. Bestimmte Öle wie Muskat, Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano oder Zimt enthalten Substanzen, die man in der Schwangerschaft meiden sollte.

Warum Aloe Vera gut zu diesem Hautmoment passt

Aloe Vera zählt zu den pflanzlichen Wirkstoffen, die in dermatologischen Ratgebern als bedenkenlos verwendbar gelistet werden. In Untersuchungen zeigen ihre bioaktiven Verbindungen wie Polysaccharide feuchtigkeitsspendende Eigenschaften. Mehr dazu, was die Pflanze für die Haut leisten kann, liest du im Beitrag Aloe Vera Wirkung Haut. Das macht sie zu einem ruhigen, unkomplizierten Begleiter, wenn deine Haut nach Beruhigung und Feuchtigkeit verlangt.

Bei uns ist Aloe Vera nicht irgendeine Zutat, sondern die Grundlage. Statt der sonst üblichen Wasserbasis bildet reiner Aloe-Vera-Saft die Basis unserer Rezepturen. Wo bei anderen „Aqua" an erster Stelle der Inhaltsstoffe steht, steht bei uns Aloe. Dieser Saft stammt aus eigenem, kontrolliert biologischem Anbau.

Für die sanfte Basispflege eignet sich das aloe vera gel pur. Es beruhigt die Haut, verleiht natürliche Spannkraft und kommt ohne Parfum aus, was bei empfindlicher Schwangerschaftshaut angenehm ist. Fühlt sich deine Haut trockener und spannender an, ist die cream rich die reichhaltigere Wahl für trockene und anspruchsvolle Haut.

Wenn du sonst gern zu einem Retinolprodukt greifst, könnten dich unsere bakuchiol drops interessieren, eine mildere pflanzliche Alternative. Ob und wann ein solcher Wirkstoff in der Schwangerschaft für dich passt, klärst du am besten kurz mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Eine einfache Routine für den Tag

Morgens hältst du es leicht. Reinige die Haut sanft, spende ihr Feuchtigkeit und trage zum Schluss deinen Sonnenschutz auf, bevor du aus dem Haus gehst. So schützt du sie vor genau den Lichtreizen, die Pigmentflecken verstärken können.

Abends darf es etwas mehr sein. Nach der Reinigung versorgst du die Haut mit einer reichhaltigen Pflege und gibst ihr in Ruhe Zeit zum Regenerieren. Zwei bis drei durchdachte Produkte reichen völlig. Deine Haut braucht in dieser Phase Verlässlichkeit, keine große Bühne.

Häufige Fragen

Bekommt jede Schwangere eine Schwangerschaftsmaske?

Nein, aber Hyperpigmentierungen sind häufig. Bis zu 90 Prozent der Schwangeren entwickeln eine Form davon. Die eigentliche Schwangerschaftsmaske im Gesicht betrifft etwa die Hälfte bis zwei Drittel. Sonnenschutz ist das Wichtigste, was du selbst tun kannst.

Verschwinden die Pigmentflecken nach der Geburt wieder?

Oft ja. Sinkt der Östrogenspiegel nach der Geburt, bildet sich ein Melasma häufig von selbst zurück. Deshalb wird meist geraten, mit einer aktiven Behandlung abzuwarten.

Darf ich Aloe Vera in der Schwangerschaft verwenden?

Aloe Vera wird in dermatologischen Ratgebern als bedenkenlos verwendbarer pflanzlicher Wirkstoff genannt. Bei konkreten Unsicherheiten zu einzelnen Produkten hilft ein kurzer Blick auf die Inhaltsstoffe und im Zweifel das Gespräch mit deiner Hebamme.

Zum Schluss

Deine Haut leistet in diesen Monaten viel, und sie darf sich verändern. Mit einer ruhigen, gut verträglichen Routine, konsequentem Sonnenschutz und Wirkstoffen, die zu diesem Hautmoment passen, gibst du ihr genau die Unterstützung, die sie jetzt braucht. Vieles reguliert sich nach der Geburt von selbst. Bis dahin reicht es, gut zu deiner Haut zu sein und ihr die Feuchtigkeit und Beruhigung zu geben, die sie verlangt.

 

Weiterlesen

Frau mit Couperose Wange.
Frau mit Neurodermitis am Arm