Was ist Neurodermitis? Ursachen & sanfte Pflege

Frau mit Neurodermitis am Arm

> Kurz vorab: Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, die in die Hände von Ärzt:innen oder Hautärzt:innen gehört. Dieser Artikel erklärt, was deine Haut in dieser Situation braucht, und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Wenn du Beschwerden hast, lass sie bitte fachlich abklären.

Rund 13 von 100 Kindern und etwa 2 von 100 Erwachsenen sind zeitweise von Neurodermitis betroffen. Damit gehört sie zu den häufigen Hauterkrankungen. Wenn deine Haut immer wieder spannt, juckt und sich rau anfühlt, bist du also alles andere als allein. Und du kannst einiges tun, um sie im Alltag zu unterstützen.

In diesem Artikel schauen wir uns an, was hinter Neurodermitis steckt, warum die Hautbarriere dabei eine so große Rolle spielt und welche Pflege deiner Haut guttut. Wir bleiben dabei ehrlich. Pflege ist wichtig, aber sie ist kein Ersatz für die Behandlung, die deine Ärzt:innen empfehlen.

Was ist Neurodermitis eigentlich?

Die Frage „Was ist Neurodermitis?“ lässt sich fachsprachlich mit dem Begriff atopische Dermatitis beantworten. Es handelt sich um eine chronische entzündliche Hauterkrankung. Typische Anzeichen sind sehr trockene Haut, ein oft quälender Juckreiz und entzündete Hautstellen. Ansteckend ist sie nicht.

Charakteristisch ist der Verlauf in Schüben. Phasen mit entzündeten, gereizten Ekzemen wechseln sich mit ruhigeren, beschwerdefreien Zeiten ab. Wo sich die Haut zeigt, hängt vom Alter ab. Bei Babys und Kleinkindern betrifft es häufig Gesicht, Kopf und die Außenseiten von Armen und Beinen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind eher die Ellenbeugen, Kniekehlen sowie Hände und Füße betroffen.

Der Name führt übrigens in die Irre. Früher nahm man an, die Erkrankung gehe auf eine Entzündung der Nerven zurück. Heute weiß man, dass das nicht stimmt. Im Zentrum stehen eine gestörte Hautbarriere und eine überschießende Immunreaktion der Haut.

Wichtig zu wissen: Neurodermitis ist nach heutigem Stand nicht heilbar. Die ärztliche Behandlung ist deshalb entscheidend. Ergänzend kann milde Pflege dazu beitragen, dass sich die Haut beruhigt und gepflegt anfühlt.

Halsansicht: Neurodermits kann an verschiedenen Stellen des Körpers, wie Hals, Gesicht, Hände, Ellenbogen, Kniekehlen auftraten

Warum ist die Hautbarriere gestört?

Um zu verstehen, was deine Haut braucht, lohnt ein Blick auf die Barriere. Bei Neurodermitis ist die ohnehin trockene Haut durchlässiger als gesunde Haut. Ihr fehlen bestimmte Bausteine, und dadurch verliert sie über die Oberfläche mehr Feuchtigkeit. Gleichzeitig können Fremdstoffe wie Pollen, Tierhaare oder Reizstoffe leichter eindringen. Das aktiviert das Immunsystem und begünstigt Entzündungen. 

Wie genau Neurodermitis entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus. Beteiligt sind eine genetisch bedingte Schwäche der Hautbarriere, eine fehlgeleitete Immunantwort und äußere Auslöser aus der Umwelt.

Ein gut untersuchter Baustein ist das sogenannte Filaggrin. Viele Betroffene tragen eine Veränderung im Filaggrin-Gen und können dieses Protein nicht ausreichend bilden. Filaggrin ist aber wichtig für eine intakte Hautbarriere. Fehlt es, verdunstet mehr Feuchtigkeit, und Allergene dringen leichter ein. Auch das Hautmikrobiom spielt eine Rolle, denn auf atopischer Haut findet sich oft eine besonders starke Besiedelung mit dem Bakterium Staphylococcus aureus.

Neurodermitis hat außerdem eine familiäre Komponente. Ist ein Elternteil betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit für das Kind etwa bei 20 bis 40 Prozent. Und sie kommt selten allein. Viele Menschen mit Neurodermitis neigen gleichzeitig zu Heuschnupfen oder Asthma, weil all das zum atopischen Formenkreis gehört.

Was braucht die Haut bei Neurodermitis?

Wenn die Barriere geschwächt ist, dreht sich in der Pflege alles um zwei Dinge. Feuchtigkeit halten und die Haut beruhigen. Deshalb gilt regelmäßiges Eincremen als zentrale Säule der Basispflege, in Fachkreisen spricht man von Emollienzien.

Als Minimum empfehlen Fachleute, zweimal täglich zu cremen. Das gilt für Babys, Kinder und Erwachsene gleichermaßen, und zwar auch dann, wenn die Haut gerade ruhig ist. Denn die geschwächte Schutzfunktion bleibt bestehen, selbst wenn du nichts siehst. Wer die Haut kontinuierlich versorgt, gibt ihr die beste Ausgangslage.

Bei den Inhaltsstoffen ist weniger oft mehr. Die Pflege sollte möglichst frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein, weil diese empfindliche Haut zusätzlich reizen können. Feuchthaltende Bausteine unterstützen die Haut dabei, Wasser zu binden. Auf stark nässende oder offene Stellen gehört keine gewöhnliche Feuchtigkeitscreme, weil das brennen kann und sie dort schlecht vertragen wird. Entzündete, aber geschlossene Haut darf und soll dagegen weiter mild gepflegt werden. Kläre das im Zweifel mit deinen Ärzt:innen.

Ein guter Moment zum Eincremen ist nach dem Waschen. Regelmäßige, milde Reinigung ist wichtig, und direkt danach freut sich die Haut über Feuchtigkeit, solange sie noch leicht feucht ist.

Sabtaverde Gel kann Feuchtigkeit spenden und Reize reduzieren

Aloe Vera als beruhigende, feuchtigkeitsspendende Komponente

Trockene, gereizte Haut sehnt sich nach Feuchtigkeit und Ruhe. Genau in diesem Bereich zeigt Aloe Vera interessante Eigenschaften. In Untersuchungen rund um entzündliche Hautthemen fielen vor allem die feuchtigkeitsspendenden und beruhigenden Effekte auf. Einzelne Untersuchungen deuten auf moderate Effekte hin. Mehr dazu liest du in unserem Überblick Aloe Vera Wirkung Haut.

Bleiben wir dabei ehrlich, denn das ist uns wichtig. Es gibt bisher wenige gut konzipierte klinische Studien speziell zu Neurodermitis, und sie unterscheiden sich in Qualität und Aloe-Konzentration. Aloe Vera ist deshalb kein Heilmittel und kein Ersatz für eine ärztlich verordnete Therapie. Was gute Pflege leisten kann, ist die Haut zu beruhigen, ihr Feuchtigkeit zu spenden und Reize zu reduzieren, die das Hautgefühl verschlechtern. Mehr verspricht sie nicht, und das ist auch gut so.

Ein praktischer Hinweis noch. Weil empfindliche Haut individuell reagiert, teste ein neues Produkt zuerst an einer kleinen Stelle. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie deine Haut es annimmt.

Bei uns steht Aloe Vera im Mittelpunkt, und zwar in einer besonderen Form. Wo bei vielen Rezepturen Wasser die Basis bildet, verwenden wir reinen Aloe-Vera-Direktsaft aus dem Blattinneren. Diese Aloe stammt aus unserem eigenen, kontrolliert biologischen Anbau in Andalusien. Die Blätter werden von Hand geerntet und zeitnah verarbeitet, damit möglichst viel von den wertvollen Inhaltsstoffen erhalten bleibt.

Sanfte Pflege im Alltag

Für empfindliche, trockene Haut kann eine ruhige Routine viel bewirken. Zwei Produkte aus unserer Gesichtspflege passen hier gut zusammen.

Das aloe vera gel pur ist ein leichter Feuchtigkeitsspender auf Basis unseres Aloe-Direktsafts. Es zieht schnell ein und eignet sich als erste, kühlende Feuchtigkeitsschicht, wenn sich die Haut gespannt anfühlt. Darüber legst du bei sehr trockener Haut die cream rich, eine reichhaltige Pflege, die Feuchtigkeit unterstützt und die Haut geschmeidig hält. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn Heizungsluft die Trockenheit verstärkt, ist eine reichhaltigere Textur oft angenehm.

So könnte deine Routine aussehen:

  • Morgens: Haut mild reinigen, danach eine dünne Schicht aloe vera gel pur auftragen. Wenn nötig, die cream rich darüber.
  • Nach dem Waschen: Haut nur sanft abtupfen und noch leicht feucht eincremen.
  • Abends: Die Pflege wiederholen, damit die Haut über Nacht versorgt ist.
  • In ruhigen Phasen: Weiter cremen, auch wenn du nichts siehst. Kontinuität ist der Schlüssel.

Wichtig bleibt: Bei akuten, stark entzündeten Schüben halte dich an das, was deine Ärzt:innen dir raten. Pflege begleitet die Behandlung, sie ersetzt sie nicht.

Produkte von Santaverde, die bei Neurodermitis unterstützen sind cream rich, probiotic drops und purifying serum

Ein ermutigendes Wort zum Schluss

Neurodermitis lässt sich nicht wegcremen, und niemand erwartet das von dir. Was du aber tun kannst, ist deine Haut Tag für Tag zu unterstützen. Regelmäßige, milde Pflege spendet Feuchtigkeit und stärkt die natürliche Barrierefunktion der Haut. Bei vielen Betroffenen bessern sich die Beschwerden im Lauf der Zeit sogar deutlich. Mit einer ruhigen Routine und ärztlicher Begleitung hast du gute Werkzeuge an der Hand.

Schaubild zu Neurodermitis

Häufige Fragen

Ist Neurodermitis heilbar?

Nach heutigem Stand ist Neurodermitis nicht heilbar. Mit passender Hautpflege und ärztlicher Behandlung lassen sich die Beschwerden aber oft gut in den Griff bekommen. Bei vielen Kindern bessert sie sich im Lauf des Lebens.

Wie oft sollte ich bei Neurodermitis eincremen?

Fachleute empfehlen als Minimum zweimal täglich, auch in beschwerdefreien Phasen. Die geschwächte Hautbarriere bleibt bestehen, deshalb profitiert die Haut von einer kontinuierlichen Versorgung.

Kann Aloe Vera bei Neurodermitis helfen?

Aloe Vera zeigt in Untersuchungen vor allem feuchtigkeitsspendende und beruhigende Effekte, die moderat ausfallen. Sie kann die Haut also unterstützen, ist aber kein Heilmittel und kein Ersatz für eine ärztliche Therapie. Teste neue Produkte zuerst an einer kleinen Hautstelle.

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